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Haus der Laune

Dieses kuriose und viel umrätselte Bauwerk wurde nach den Entwürfen des Architekten Johann Ferdinand Hetzendorf von Hohenberg in den späten neunziger Jahren des 18. Jahrhunderts erbaut. Heute existieren nur mehr die Grundmauern im Dickicht der Vegetation; ein Modell im Historischen Museum der Stadt Wien (1799), viele zeitgenössische Darstellungen und Beschreibungen geben aber darüber eine präzise Auskunft, wie das „Haus der Laune" ursprünglich ausgesehen hat. Nach den Verwüstungen der französischen Besatzungsmacht im Jahre 1809 wurde das Bauwerk 1812 von Architekt Alois Pichl in gotisierendem Stil neu entworfen (aber nicht verwirklicht) und schließlich 1814 als biederes „Lusthaus im Eichenhain" innen und außen erneuert. Seit den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts sind die vorhandenen Reste immer weniger sichtbar.

Haus der LauneDie Idee von verrückten Architekturen war im ganzen 18. Jahrhundert nicht neu; gerade ab der Zeit um 1770 fand eine intellektuelle Auseinandersetzung über das Haus des Prinzen Palagonia in Sizilien statt, die der Kaiserin Marie Therese unmittelbar bekannt sein musste. Diese Villa der „verkehrten Welt" aus der Zeit um 1740 wurde von vielen aufgeklärten Reisenden (so auch von Goethe) besucht und heftig diskutiert. Gerade im Jahrhundert der „Vernunft" hat man sich zuerst intensiv mit dem Phänomen „Unvernunft" (französisch „déraison") beschäftigt. Die fremdsprachigen Benennungen des „Hauses der Laune" sprechen für sich: „maison burlesque", „maison de caprice", „maison de phantaisie".

Haus der LauneDie Bedeutung des „Hauses der Laune" in Laxenburg liegt in kulturgeschichtlicher Hinsicht darin, daß hier erstmals in Österreich eine intellektuelle Architekturkarikatur geschaffen wurde, die im Freiraum Natur-Garten das Weiterleben des im 18. Jahrhundert stark in Frage gestellten Hofnarrentums sicherte. Die verkehrte Welt abseits des zeremoniellen „ennui" (Langeweile) sollte den Wunsch nicht nach rationaler, sondern nach irrationaler Freiheit zum Ausdruck bringen, der letztendlich im kritischen Vermögen der Aufklärung wurzelte.

Heute stehen leider nur mehr die Grundmauern des Objektes. Die Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft ist jedoch bemüht, mit Sponsoren dieses wertvolle Gebäude wieder aufzubauen und eine zeitgemäße Verwendung zuführen zu können!

 

Ausführliche Informationen finden Sie in den Büchern:

  • "Der Schlosspark Laxenburg"
  • "Die Franzensburg in Laxenburg"
  • "Der malerische Landschaftspark in Laxenburg bei Wien"

Erhältlich im Museumsshop Franzensburg und an allen Parkkassen

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