Schloss Laxenburg suedlich von Wien. Erholung, Kultur und Natur.

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Blauer Hof

Die Schlossanlage Laxenburg verfügt über viele kulturhistorisch interessante und nicht alltägliche Merkmale. Eine dieser wesentlichen Besonderheiten das vorhandensein von zwei Schlössern: das Alte Schloss, das älteste Gebäude Laxenburgs aus dem 12. Jahrhundert, und das neue Schloss, der Blaue Hof; ein mittelalterliches Altes Schloss sowie der Blaue Hof als neues Barockschloss dürfen nebeneinander existieren. Vielfach wurden die mittelalterlichen Bauten zugunsten barocker Neuschöfpungen geopfert, in Laxenburg ist die Geschichte hier andere Wege gegangen.

Eine weitere wesentliche Besonderheit ist die Lage des Blauen Hofes. Während zahlreiche Barockschlösser außerhalb von Ortszentren errichtet worden sind, befindet sich der Blaue Hof direkt im Orstzentrum von Laxenburg am Schlossplatz. Die Habsburger haben sich also Ihre Privatresidenz an promienter Adresse inmitten des tagtäglichen Ortsgeschehens errichtet. Doch nun zur Geschichte des Blauen Hofes:

Blauer Hof SchlossplatzDie erste Nennung erfolgte als Freihof unter Melchior Arguello (Melchor de Argüello) 1544. Spätere Besitzer waren die Brüder Bloe (Bloenstain/Blauensteiner, von diesem Namen leitet sich der heutige Name Blauer Hof ab). Ab 1705 war Reichsvizekanzler Friedrich Karl Schönborn Eigentümer, der den vorhandenen Bau durch seinen bevorzugten Architekten Lukas von Hilde­brandt zwischen 1710 und 1720 großzügig ausbauen ließ.

Kaiserin Maria Theresia sollte nun zur größten Bauherrin in Laxenburg werden. Sie erwirbt den Blauensteiner-Hof und das angrenzende Prucknerische Haus. Ab 1756 erfolgte ein großer Um- und Ausbau durch den Hofbauarchitekten Nicoló Pacassi. Zirka 1770 wurde das Belvedere (Malereien darin von Joseph Pichler?) aufgesetzt. Pacassi veränderte den Bau, wobei die Einfahrt von der Ost- auf die Nordseite, also zum Schlossplatz hin, verlegt wurde.

Die Eingangsfront am Schlossplatz wird von den stark vorgezogenen Eckrisaliten beherrscht, die dem gekrümmten Verlauf der alten Angergrenze folgen. Der Mittelrisalit wird durch Portikus, Balkon und Attikazone mit Uhr betont. Im Hof ist die verschiedenartige Ausbildung der Fensterverdachungen als Hinweis auf Haupt- und Nebentrakt bemerkenswert. Die heute noch erhaltenen Ausstattung der Innenräume stammt im wesentlichen aus den Jahren 1853/54.

Kaiser Franz Joseph I. zählt gemeinsam mit seiner Gemahlin, der legendären und faszinierenden Kaiserin Elisabeth, genannt "Sisi", zu den wohl bekanntesten Habsburgern. Beide haben in Laxenburg Ihrer Flitterwochen verbracht. Erzherzogin Gisela und Kronprinz Rudolf wurden in Laxenburg im Blauen Hof geboren. Die Taufe der beiden Prinzenkinder fand im ovalen Saal der Speisesäle statt. 

 

Seit dem Jahre 1974 wird der Teil des Blauen Hofes am Schlossplatz vom International Institute for Applied System Analysis, kurz IIASA, genutzt. Namhafte Wissenschafter aus vielen Nationen arbeiten an komplexen Aufgaben und globalen Forschungsprojekten. Die eben genannten Speisesäle befinden sich im Speisesaaltrakt nahe dem Parkhaupteingang.



Blauer Hof SpeisesaaltraktDer Speisesaaltrakt des Blauen Hofes, von Nicoló Pacassi erbaut, befindet sich auf dem Platz des ehemaligen Sinzendorfischen Hauses und kam zirka 1756 in kaiserlichen Besitz. Die Eingangsfront beherrscht ein Portikus mit Plastiken der Reiherbeize. Im Inneren befindet sich der berühmte große ovale Speisesaal, dessen Wände durch Architekturmalerei gegliedert sind; das Deckenfresko von Vinzenz Fischer zeigt Putti auf der Falkenjagd und verleiht diesem Raum ein atemberaubendes Aussehen.

 

 

Blauer Hof TheaterDas Schlosstheater wurde 1753 nach Entwürfen von Nicoló Pacassi erbaut und vollendente den Gesamtkomplex des Blauen Hofes. An der Seite zum Parkhaupteingang befindet sich ein hoher Portikus mit geschwungenem Giebel, die Wandflächen sind durch vertiefte Felder und aufgesetzte Platten gegliedert. Von der Innenausstattung ist im Auditorium die spätbarocke Ausmalung in illusionistischer Architektur erhalten; die Oberzone mit Voluten, Blumengehängen und Putten wurde im 19. Jahrhundert ergänzt.

 

 

Die beiden letztgenannten Gebäudeteile werden heute vom Conference Center Laxenburg betreut und sind im Rahmen von Veranstaltungen zugänglich.

 

Ausführliche Informationen finden Sie in den Büchern:

  • "Der Schlosspark Laxenburg"
  • "Die Franzensburg in Laxenburg"
  • "Der malerische Landschaftspark in Laxenburg bei Wien"

Erhältlich im Museumsshop Franzensburg und an allen Parkkassen