Für eine optimale Nutzererfahrung verwendet diese Website Cookies. Durch die Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. OK
Logo
Menü ein- und ausblenden
Logo
Hintergrundbild anzeigen

Die Waffen

(Matthias Pfaffenbichler - auszugsweise)

Der Waffensaal, wie man ihn heute betrachten kann, ist nicht der erste Platz in der Franzensburg, an dem historische Waffen ausgestellt waren. Die erste Zurschaustellung von Waffentrophäen und Rüstungen befand sich in dem heutigen Zweiten Empfangszimmer und der anschließenden turmartigen heutigen Schatzkammer. Diese in der Form einer romantischen Ruhmeshalle aufgestellten Waffen aus dem Kaiserlichen Zeughaus in der Renngasse in Wien wurden im Jahre 1804 von Franz de Paula Gaheis in seinem Reisebericht „Wanderungen und Spazierfahrten in die Gegend um Wien" in folgender Weise beschrieben.

Waffensaal „Aus diesem heiteren Sahl wird man in die Waffenkammer geführt. Sie besteht aus zwey Abtheilungen. Die erste und größere enthält an den Wänden eine Menge Waffen aus den Zeiten der Ritterschaft, mit geschmackvoller Symmetrie geordnet. Zwischen 10 Fahnen mit den Wappen der österreichischen Erbländer sind sechs Ritter in ihrer vollen Rüstung, und drey Frauenspersonen in Frauen­harnischen ausgestellt." 

"Die andere Abtheilung nimmt das untere Stockwerk eines Thurmes ein, und ist ebenfalls ganz mit den seltensten, aus verschiedenen Klöstern und Schlößern hierher gebrachten Waffen ausgeziert. An dem Eingange zeigte man uns ein altes Freymannsschwert; dann eine Armbrust, eine Helleparte mit zwey Pistolen-Läufen, eine Federlanze mit einem Pistolen-Lauf, zwey römische Säbel, und noch eine Menge anderer Waffen. Rührend ist die hier sehr zweckmäßig angebrachte Gruppe, wie Kaiser Franz II. den jungen siebenjährigen Erzherzog zum Ritter schlägt."

WaffensaalNachdem ab 1822 die Franzensburg mit der Errichtung des Vereinigungsbaues vergrößert wurde, kam es vor 1830 zu einer Verlegung der Waffenbestände in den heutigen Waffensaal, in dem eine romantische Ruhmeshalle errichtet wurde. Hier ordnete man die Waffentrophäen in einer dichten, geradezu gedrängten Art und Weise in der Form von dekorativen Tableaus an und füllte in der Art eines Horror vacui alle Wände und Decken mit Überresten ehemaligen Kriegsgerätes.

Diese Neuaufstellung des Waffensaals wurde in einem Führer aus dem Jahre 1834 in folgender Weise beschrieben:

„Gegenüber der Sattelkammer ist der Waffensaal, welcher früher in der alten Burg bestand, und nun hieher übersetzt ward. Der neue Waffensaal ist 50 Fuß lang, 30 Fuß breit. Acht Steinsäulen tragen das schöne gothische Gewölbe. Eine äußerst zahlreiche Menge schöner seltener Waffen des Mittelalters ist hier zu schauen. Es werden hier mehr als 150 verschiedene Helme, Harnische, Schilde u.s.w., theils merkwürdig durch ihre Besitzer, theils durch ihre Arbeit ausgezeichnet, hier aufbewahrt. An Stich- und Schlagwaffen befinden sich in dem Waffensaale 74 Hellebarden, 78 Streitkolben, 38 Morgensterne an Schwingketten, 31 Partisanen, an 60 Lanzen. - Ferner zahlreiche Säbel, Degen, Dolche, Hieber, Flamberge, Beidenhander, Rappiere u.s.w."

WaffensaalDiese in diesem Bericht beschriebene Fülle von fast 2.000 Objekten, die in der Franzensburg untergebracht waren, wurde ab 1871 mit dem Bau des Kunsthistorischen Museums in Wien verringert. In mehreren Phasen wurden Waffen aus dem Laxenburger Bestand entnommen, um diese entweder in der neuerrichteten Waffensammlung des Kunsthistorischen Museums aufzustellen oder sie nach Schloß Ambras in Innsbruck zu transferieren. Die Abgabe einer so großen Anzahl von Objekten führte zu einer aufgelockerten Anordnung der Waffen, wobei der dekorative Charakter der Schaustellung des historischen Kriegsgerätes erhalten blieb.

Dieser Waffensaal und vieles mehr erleben Sie bei einer Besichtigung der Franzensburg. Alle Details dazu erfahren Sie im Kapitel Öffnungszeiten/Eintrittspreise Franzensburg!

 

 

Ausführliche Informationen finden Sie in den Büchern:

  • "Der Schlosspark Laxenburg"
  • "Die Franzensburg in Laxenburg"

und in der Broschüre "Die Franzensburg in Laxenburg", welche in deutsch, englisch, italienisch und ungarisch erhältlich ist.

Erhältlich im Museumsshop Franzensburg und an allen Parkkassen

 

TEILEN
Machen Sie Ihre Freunde auf den Schlosspark Laxenburg aufmerksam! Teilen Sie unsere Webseite gleich mit Ihren Social-Media-Kontakten:

Zur Desktop-Version