Grotte

An dieser Stelle über einer Felsengrotte war ursprünglich um 1800 eine kleine Kopie der Habsburg aus der Schweiz vorgesehen.

Widemann schrieb 1805: „In der oberen Hälfte des Sees steht ein Felsen acht und vierzig Klafter hoch, durch dessen finstre Schlünde und Krümmen man sich in eine erst entstehende Burg hinaufwinden wird, die das Ebenbild der so berühmt gewordenen Habsburg werden, und auch diesen Nahmen führen soll. Die reitzenden Ansichten der Urburg von Rahns Pinsel werden die Säle der Enkelin schmücken, und in der majestätischen Grotte des Felsens, die durch den Schloßhof Licht erhält, kommen die Büsten aller habsburgischen Kaiser zu stehen."

Diese ehrgeizigen Pläne wurden nicht verwirklicht, obwohl um diese Zeit auf dem Turnierplatz auch ein zerlegbares Modell der Habsburg mit Versen eines Schweizers gezeigt und von der kaiserlichen Familie mit großem Interesse bewundert wurde. Auch der Architekt Hohenberg wurde mit Planungen in diesem Zusammenhang beauftragt, die dann dem Kaiserhaus zu kostspielig erschienen waren. Es ist wahrscheinlich, daß der frühzeitige Tod der Kaiserin Marie Therese aus Neapel diesen Überlegungen ein jähes Ende bereitete.

Sie hatte sich noch im letzten Jahr ihres Lebens mit einem anderen Projekt zur miniaturhaften Errichtung der pompejanischen Ruinen in Laxenburg beschäftigt.

GrotteMit Franzensburg und Habsburg hätte der Park von Laxenburg eine ikonographische Kontrapunktion erhalten: Die „neualte" Veste und die „altneue" Ruine hätten einander ergänzt und eine sentimentale und spannungsgeladene Darstellung der glorreichen Geschichte des Hauses bedeutet. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft der Dynastie wären damit in einer malerischen Teichlandschaft dialektisch dargestellt worden. Es ist interessant, daß in der Entstehungsgeschichte der Franzensburg eine Tendenz von der anfänglich stärkeren Betonung der Ruinenhaftigkeit zum vollendeten Neuheitscharakter zu beobachten ist, die zweifellos mit dem Vorhaben „Ruinen von Habsburg" in Zusammenhang steht. Die Grotte steht heute ohne die Ruinen von Habsburg da und wurde daher inhaltlich etwas reduziert. Sie ist jedoch ein wichtiges Zeugnis des Natur-Kunst-Verständnisses um 1800.

Am Fuße der Grotte befindet sich eine kleine romantische Senke, das so genannte Sophiental. Dieser verträumte Ort war und ist besonders reich an botanischen Schätzen. So kann man hier unter anderen die orientalische Fichte, die spanische Tanne, syrischen Wacholder oder einige Eiben bewundern. In der Mitte des Sophientals hat sich seit jeher eine Blutbuche befunden, die 2008 neu gepflanzt wurde, um die Idendität des Ortes abzusichern.

 

Ausführliche Informationen finden Sie in den Büchern:

Erhältlich im Museumsshop Franzensburg und an allen Parkkassen