Neues Brückengeländer im Schlosspark Laxenburg
Im denkmalgeschützten Schlosspark Laxenburg müssen bauliche Maßnahmen stets im Einklang mit der historischen Parkanlage erfolgen. Das neue Geländer an der Brücke zum Haus der Laune zeigt, wie dies in der Praxis umgesetzt werden kann.

Als gestalteter Landschaftsgarten im englischen Stil dient das Wassersystem des Schlossparks Laxenburg nicht nur der Teichbewässerung, sondern ist auch ein wesentlicher Bestandteil der gartenkünstlerischen Gestaltung. Dazu gehören zahlreiche Brücken, die im Schlosspark historisch sehr unterschiedlich ausgeführt wurden: von der imposanten Gotischen Brücke bis zur rustikalen Holzbrücke beim Fischerdörfl.
Neue Brücke, neue Regeln: Bautechnikverordnung im Schlosspark Laxenburg
Einige der Bachübergänge waren ursprünglich nicht mit einem Geländer gesichert und müssen es auch nicht sein, sofern es sich um die originale Bausubstanz handelt. Im Fall der Brücke beim Haus der Laune wurde diese jedoch im Jahr 2025 vollständig erneuert. Damit griff auch die moderne Bautechnikverordnung auf Grundlage der OIB-Richtlinie 4 (Schutz vor Absturz): Ab einer Absturzhöhe von 1,0 m ist eine Absturzsicherung erforderlich.
Wie lässt sich die Vorschrift in die denkmalgeschützte Anlage integrieren?
Mit dieser Vorgabe stand man im Schlosspark Laxenburg vor einer Herausforderung: Wie kann diese Vorschrift denkmalgerecht umgesetzt werden? Die Brücke verfügte historisch nie über ein Geländer und aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Brückengestaltungen im Park ließ sich auch keine „Laxenburg-typische“ Lösung als Vorbild heranziehen. Daher musste eine neue Gestaltung entwickelt werden.
In Zusammenarbeit mit dem Bundesdenkmalamt wurden mehrere Konzepte erarbeitet, die beiden Anforderungen gerecht werden sollten: der notwendigen Sicherheit sowie einem möglichst behutsamen Eingriff in die historische Parkanlage.
Bewusste Funktionalität und Schlichtheit
Das neue Geländer wurde daher gezielt in einer modernen Formensprache gehalten, um seinen ahistorischen Charakter klar erkennbar zu machen. Gleichzeitig wurde mit einer Netzstruktur aus feinem Draht ein möglichst transparentes Material gewählt, das aus der Ferne kaum wahrnehmbar ist.

So bleibt die Parklandschaft optisch weitläufig und frei von störenden Elementen – ganz im Sinne der gartenkünstlerischen Intention, die vor rund 200 Jahren bei der Gestaltung des Landschaftsparks verfolgt wurde.
Vorbildwirkung für weitere Projekte im Schlosspark Laxenburg
Mit dieser Lösung schuf man im Schlosspark ein Prototyp, der eine denkmalgerechte Absicherung von Brücken und Brüstungen künftig erleichtern kann. Sollten weitere Sicherungsmaßnahmen notwendig werden, kann auf dieses Gestaltungsprinzip zurückgegriffen werden.
Dies vereinfacht den Abstimmungsprozess zwischen der Schloss Laxenburg Betriebsgesellschaft mbH und dem Bundesdenkmalamt und ermöglicht zugleich eine konsistente und parkverträgliche Lösung.