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Gemälde und Skulpturen

(Anna Bürgler - auszugsweise)

Die Franzensburg wurde nicht nur im Hinblick auf die Architektur einer mittelalterlichen Burg nachempfunden, auch bei ihrer Ausstattung wurde größter Wert darauf gelegt, „wahre Altertümer" zu verwenden. Auf diese Objekte wurde in den Beschreibungen natürlich entsprechend hingewiesen und häufig mit besonderem Nachdruck auf Alter und Herkunftsort aufmerksam gemacht. Gaheis etwa erfreute sich 1804 am Anblick des Ersten Empfangszimmers: „Dieses sanfte Gefühl vermischt sich noch mit jenem von heiliger Ehrfurcht, wenn man erinnert wird, daß beynahe alles, was man hier sieht, aus wirklichen Überresten unserer Ahnen besteht."

Mit Kunstwerken aus der Zeit der Erbauung wurde ganz unterschiedlich umgegangen. Einige wurden kurzerhand als Altertümer bezeichnet, andere offenbar als nicht erwähnenswert angesehen und einfach übergangen, während manchen durchaus auch Wertschätzung und Bewunderung entgegengebracht wurde, den Historiengemälden Johann Hoechles etwa.

Gemälde und SkulpturenIn der erste Phase der Ausstattung der Franzensburg mit Gemälden und Skulpturen sind Altertümer und neugeschaffene Werke gleichermaßen vertreten. Während einige Räume zur Gänze mit neuen Gemälden und Skulpturen ausgestattet wurden, gab es in anderen eine Konzentration an alten Kunstwerken. Relativ selten wurde Altes und Neues in einem Raum kombiniert.

Allen den neugeschaffenen Werken wurde durch die Art der Ausführung eine altertümliche Wirkung verliehen, etwa durch die Grisailletechnik, die Farbgebung oder durch die Verwendung gotischer Formen und historischer Kostüme.

Bei den Gemälden des Thronsaales aus dem Jahre 1801 wurde hingegen keine altertümliche Wirkung angestrebt, sie wurden als Dokumente eines historischen Ereignisses geschaffen. Johann Baptist Hoechle (1754-1832) hatte noch als bayrischer Hofmaler die Krönung Franz II. zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches in Frankfurt am Main am 14. Juli 1792 aufgenommen und erhielt in der Folge den Auftrag, in zwei Gemälden die Krönungszeremonie und das anschließende Festmahl auf dem Römer darzustellen.

Gemälde und SkulpturenDie Ausstattung der anderen Räume setzte sich aus Kunstwerken zusammen, die aus den verschiedensten Orten in die Franzensburg gebracht wurden. Aus dem Stift Wilhering kam eine Serie von sechs gotischen Tafelbildern mit Märtyrerdarstellungen, die ihrem Inhalt entsprechend in der Wohnung des Burgpfaffen Verwendung fanden. Ein kleines Relief mit einer Ölbergszene aus Klosterneuburg wurde im Inneren Burghof angebracht. Und das Geheime Reichsarchiv in Wien übergab eine ganze Gruppe von Kunstwerken.

Während es in der ersten Phase darum ging, die gotische Ritterveste mit möglichst alten und kostbaren Kunstwerken auszustatten, hatte der Vereinigungsbau eine völlig andere Bedeutung. Durch die umfangreichen Statuen- und Gemäldezyklen in den weiten Sälen des neuen Traktes wurde die Franzensburg zu einem Denkmal der Dynastie.
Schon im Äußeren Burghof, noch außerhalb der eigentlichen Ahnensäle, wurde ein bereits 1803 erworbener umfassender Büstenzyklus aufgestellt. Obwohl es sich dabei nicht um Porträts konkreter Persönlichkeiten handelt, wurde in den Beschreibungen der Franzensburg größter Wert darauf gelegt, jeder einzelnen Büste einen Namen zuzuordnen und die Reihe damit als Genealogie des Hauses Habsburg zu präsentieren.

Gemälde und SkulpturenDer Habsburgersaal wurde als Ahnen- und Ehrenhalle des Geschlechtes geschaffen. Hier fand ein Teil der insgesamt 31 Statuen umfassenden, zwischen 1696 und 1715 im Auftrag Kaiser Leopolds I. von den Brüdern Peter und Paul Strudel geschaffenen Statuenreihe ruhmreicher Vertreter des Hauses Habsburg seinen endgültigen Standort. Während 16 Statuen im Prunksaal der Nationalbibliothek Aufstellung fanden, wurden die übrigen, nachdem sie sich einige Jahre im Belvedere befunden hatten, im Jahre 1800 auf Befehl Franz II. nach Laxenburg gebracht. Zu diesem Zeitpunkt gab es Pläne zur Schaffung einer monumentalen Ruhmeshalle innerhalb eines künstlich errichteten Hügels im Südwesten der Franzens­burg, der heutigen Grotte. Auf dem Hügel über der Ruhmeshalle sollte ein verkleinerter Nachbau der Habsburg, der Stammburg des Geschlechtes, entstehen. Dieses Projekt setzte sich aber nicht durch, durchgeführt wurde der Ausbau der Franzens­burg.

Um 1829 waren die Bauarbeiten am Habsburgersaal so weit fortgeschritten, daß die Statuen aufgestellt werden konnten. Zuvor mußten aber, da in dieser Ahnenhalle nur deutsche Könige und römische Kaiser vertreten sein sollten, einige Statuen zwischen Laxenburg und dem Prunksaal der Nationalbibliothek ausgetauscht werden.

Die Bedeutung dieses Raumes als Ahnen- und Ehrenhalle des Hauses Habsburg wurde nicht nur durch die 17 Statuen zum Ausdruck gebracht, sondern auch durch eine Reihe von Wandgemälden. In den Lünetten des Gewölbes wurde von Josef Klieber (1773-1850) noch im Jahre 1829 über jeder der Statuen eine bedeutende Szene aus dem Leben des präsentierten Herrschers en grisaille dargestellt.

Gemälde und SkulpturenIm Lothringersaal repräsentierten 20 lebensgroße Porträts das neue vereinte Geschlecht Habsburg-Lothringen. Maria Theresia, durch deren Heirat mit Franz Stephan von Lothringen die Verbindung der beiden Dynastien erfolgte, ist in beiden Sälen vertreten.

All diese Kunstwerke können heute noch in der Franzensburg bewundert werden. Details zur Besichtigung der Franzensburg erfahren Sie im Kapitel Öffnungszeiten/Eintrittspreise Franzensburg!

 

 

 

 

Ausführliche Informationen finden Sie in den Büchern:

  • "Der Schlosspark Laxenburg"
  • "Die Franzensburg in Laxenburg"
  • "Der malerische Landschaftspark in Laxenburg bei Wien"

Erhältlich im Museumsshop Franzensburg und an allen Parkkassen

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